Historie

Nach dem Verkauf von Gut Röttgen 1918 nahmen die Freiherrn von Geyr zu Schweppenburg ihren Sitz in Arff bei Worringen, das sie bereits 1803 vom Grafen Hompesch erworben hatten, ein. Dieser Vorort wird in den Geschichtsbüchern der Historiker bereits 1288 erwähnt, als nach achtjährigem Kampf und Krieg um die Erbschaft in Limburg, Herzog Johann von Brabant gegen Siegfried Westerburg, den Erzbischof von Köln, zu Felde zog und dessen Truppen empfindlich schlug.

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Schloss Arff, das sich die beiden Kölner Kanoniker von Buschmann von 1750 bis 1755 auf dem Grund einer mittelalterlichen Vorgängerburg errichten ließen, kann als eines der bedeutendsten Barockbauten des Rheinlandes bezeichnet werden.

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Namensgeber waren die Ritter van der Arffe, die im Jahre 1366 urkundlich erwähnt werden. Den Rittern, die über gut zwei Jahrhunderte Lehnsleute des Kölner Erzstiftes waren, folgten die von Baesgen im Jahre 1572 und später die von Blittersdorf, die dann vor 1750 an die Herren von Buschmann verkauften. Im Laufe des Truchsessischen Krieges, der 1583 entbrannte, soll die mittelalterliche Burg zerstört worden sein. Über das Aussehen der damaligen Anlage ist nichts bekannt. Auf die Herrn von Buschmann folgte der Graf von Hompesch, der im Jahre 1803 seinen Besitz an den kurkölnischen Generaleinnehmer, Freiherr Geyr von Schweppenburg, veräußerte.

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Ein Ölgemälde des Kölner Malers Franz Xaver Schweitzer von 1755 zeigt den Baumeister Leveilly mit seinem Auftraggeber von Buschmann vor dem Hitergrund des Schlossbaus.

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Der französische Hofarchitekt des Kölner Kurfürsten, Michael Leveilly, errichtete nicht nur das prächtige, streng symmetrisch gehaltene Schloss Arff, sondern auch Schloss Augustusburg und Schloss Falkenlust in Brühl, sowie das Bonner Rathaus.

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Von 1728-1762 wird Leveilly als Nachfolger des Baumeister Schlaun genannt und stand unter dem Einfluss Francois Cuvillies.

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Eine Besonderheit bestand beim Bau von Schloss Arff darin, dass Leveilly Haupthaus und Vorburg zeitgleich errichtete, sowie Park und die Einfriedung. Die Fassade des verputzten Haupthauses mit dezenter Stuckornamentik wurde in den fünfziger und sechziger Jahren unter der Leitung von Regierungsbaumeister Band, dem Restaurator vieler Kölner Kirchen, instand gesetzt und mit rosa- und graufarbenen Mineralfarben gestrichen. Außerdem ist in den fünfziger Jahren die Eichenpfahl-Gründung unter dem Haupthaus teilweise durch eine aus Stahlbeton ausgetauscht worden. Dies war durch die permanente Grundwasserabsenkung infolge des Braunkohle-Tagebaus westlich der Stadtgrenze (Kerpen, Grevenbroich) notwendig geworden.

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Die Familie Freiherr Geyr von Schweppenburg war in den letzten Jahren auf der Suche nach einem Erben für das Schloss Arff. Einer direkten Nichte des Freiherrn Geyr von Schweppenburg war es ein Anliegen das Schloss Arff weiterhin in der Familie zu behalten. So wurde der Plan gefasst, dass diese Nichte das Haus mit den Ländereien übernimmt, um es der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Der Besitzübergang fand im Jahre 2015 statt und seitdem ist Schloss Arff im Besitz der Familie Freiherr von Landsberg-Velen.